Ein Tief sie zu knechten

Wie ihr vielleicht beim letzten Beitrag herauslesen konntet, haben wir gerade unser erstes großes Tief durchschritten. Was ist passiert?

Wir wollten losziehen, die Schönheit der Langsamkeit entdecken, Projekte besuchen, Wetter und Landschaft genießen, aber auch bis Herbst in Südfrankreich sein und eine Bleibe für den Winter finden. Außerdem noch zum Ende der Welt gelangen. Leider wurde der Druck rechtzeitig in unserem unbekannten Winterdomizil anzukommen mit der zurückgelegten Strecke immer größer. Anfangs haben wir deshalb mehr Strecke gemacht, als uns körperlich gesehen gut tat. Und so wurden wir immer müder und müder. Die Erholungstage konnten wir uns auch nicht in dem Maße gönnen, wir wir uns das vorgenommen und gebraucht haben. Zum Teil passte das Wetter oder der Ort nicht und wir sind dann einfach weiter gegangen oder unser eigener Kopf hat verhindert, dass wir uns erholen konnten. Anfangs war die Angst erwischt und vertrieben zu werden sehr präsent, später die Befürchtung nicht rechtzeitig irgendwo anzukommen. In diesem Setting kam dann auch der Besuch von Höfen und Gemeinschaften zu kurz und Zweifel an dem was wir da eigentlich machten schlichen sich immer mehr ein.

Platt am Wegesrand

Also haben wir erstmal die Reißleine gezogen und reflektiert wie die Reise verlief und wie unsere Erwartungshaltung dazu passte. Dazu haben wir eine große Pause gemacht und gefühlt das erste Mal in zehn Wochen ausgeschlafen. Wir haben also ein wenig inne gehalten und überlegt, was wir eigentlich wollen.

Vertrakte Situation

Wie geht es weiter?

Ein Ergebnis war die Erkenntnis, dass wir vielleicht zuviel wollten. Ans Ende der Welt gehen, immer draußen sein, Menschen und Projekte kennenlernen, den Winter überstehen, entspannt alles genießen und trotzdem rechtzeitig irgendwo ankommen… Das alles unter einen Hut zu bekommen ist eine Herausforderung, die wir so nicht bewältigen können. Also zurück zum Ursprung, wir wollten doch eigentlich Höfe und Gemeinschaften besuchen. Und genau das machen wir jetzt. In der nächsten Zeit werden wir von Trier in den Elsass gehen und haben jetzt schon vier Projekte gefunden, die wir besuchen. Wir haben uns vorgenommen mindestens alle zwei Wochen an einem Ort zu sein, wo wir nicht nur Menschen treffen, sondern wo wir auch neues lernen können und Perspektiven für die Zukunft entwickeln können. Und wir wollen einfach mitarbeiten.

Mit diesem Ausblick haben wir neue Motivation geschöpft weiter zu gehen und wir freuen uns darauf neue Dinge ausprobieren und lernen zu können. Die Angst nicht rechtzeitig anzukommen ist auch nicht mehr sonderlich präsent, in dem Wissen uns von Projekt zu Projekt hangeln zu können.

Und wer weiß, vielleicht kommen wir ja doch nächstes Jahr in Spanien an, wie wir es geplant hatten.

Bis dahin buen Camino!

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